Diakon Markus Fuhrmann in der katholischen Kirche auf Norderney

Siri und Markus Fuhrmann – Katholische Kirche

Seelsorger

Siri Fuhrmann in der katholischen Kirche auf Norderney

Seit 2014 sind Siri und Markus Fuhrmann für die katholische Kirche auf Norderney im Einsatz. Zusammen mit ihren vier Kindern wohnen sie im Pfarrhaus. Markus leitet als Diakon die Kirchengemeinde und ist für die Gemeinde- und Tourismusseelsorge zuständig, Siri arbeitet als Seelsorgerin für die vier Häuser des Caritas-Gesundheitszentrums.

"Dass Kirche auf Norderney anders gestaltet und gelebt wird als an vielen Orten auf dem Festland, ist in der Corona-Krise nun auch ein Vorteil. Ungewöhnliche Situationen gehören zum Alltag der Seelsorge auf einer Insel dazu. Kirche bedeutet hier mehr als Gottesdienst feiern. Auch wenn wir uns in unseren Gebäuden zur Zeit nicht treffen können, leben wir doch unseren Glauben weiter. Die Frage ist doch, wie können wir in dieser Situation den Menschen nahe sein? Wer braucht unsere Hilfe, wen können wir unterstützen?

So haben wir zum Beispiel die 'Sonntagstüte' ins Leben gerufen. Die Texte der biblischen Sonntaglesungen, Vorschläge für ein Gebet zu Hause, Rätsel und 'Schwarzbrot-Texte' zum Nachdenken gehen jede Woche nun in viele Haushalte der Insel - jeweils in doppelter Ausfertigung zum Weitergeben an Nachbarn und Freunde. In der 'Tüte' sind dann noch immer kleine Überraschungen drin wie zum Beispiel Postkarten, eine Kerze oder mal eine Muschel vom Strand. Denn nicht jeder ist digital unterwegs, so halten wir Kontakt auch zu den Menschen, die mit Internet & Co. nicht so vertraut sind.

Das Telefon und und das Internet mit Videokonferenzen sind momentan die Mittel der Stunde. Wir rufen Leute an oder begleiten sie online. Aber auch auf der Straße oder beim Einkaufen ergeben sich - immer auf Abstand natürlich - oft Gespräche, in denen deutlich wird: Corona ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe.

Alle auf der Insel leben direkt oder mittelbar vom Tourismus. Die Sorgen sind groß und vielen macht der Gedanke an die Zukunft ein mulmiges Gefühl. Manchen hilft es, sich das einfach mal von der Seele zu reden. Und klar ist: Es bleibt für uns nebensächlich, ob jemand religiös ist oder eher kritisch dem Ganzen gegenübersteht. Wir kippen keine 'fromme Soße' über das Problem, sondern gehen den Weg mit den Menschen. Und das kann auch heißen, die Not und die Sorgen einfach mit auszuhalten und keine Antworten zu wissen.

Was uns gerührt hat, war ein Telefonat vor Ostern. Eine Dame aus NRW rief an und sagte: 'Ich bin oft auf Norderney und feiere immer Ostern in ihrer Kirchengemeinde. Ich kann mir das gar nicht vorstellen ohne, aber diesmal ist das wohl so. Wie geht es ihrer Gemeinde, wie geht es den Norderneyern? Kann ich etwas für die Insel tun?' Als Antwort haben wir ihr gegeben: 'Ja, Sie können etwas tun. Kommen Sie wieder hierhin, sobald es möglich ist und machen Urlaub auf Norderney. Und bringen Sie alle mit, die Sie kennen!'" (Siri und Markus Fuhrmann , 29. April 2020)

Katholische Kirchengemeinde St. Ludgerus
Friedrichstraße 22 - 26548 Norderney
(04932) 456
www.ludgerus-norderney.de


Stefan Zimmer in seiner Norderneyer Bierstube um Süd
Stefan Zimmer – Um Süd

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