Die Insulanerin Swana Dinkla am Weststrand in einem originalgetreu nachgeschneiderten Kleid aus dem Bademuseum Norderney.

Swana & Deniz

Ein schönes Paar

Denis Cömertpay als Mannschaftskapitän mit seinem Team vom TUS Norderney

Swana unterstützt ihre Eltern in deren Hotel Haus Margarete am Meer, Deniz betreibt mit seinem Bruder den Fahrradverleih Kranich. Es gibt wenige Paare auf Norderney, mit denen wir schon so häufig Fotos gemacht haben - Deniz beim Fußball als Mannschaftskapitän des TUS Norderney oder Swana als perfektes Model für historische Mode aus dem Bademuseum Norderney. Nur zusammen hatten wir die beiden noch nie vor der Linse. 

"Wir stammen beide aus Elternhäusern, die selbst schon seit Jahrzehnten vom Tourismus auf Norderney leben. Wir kennen das Geschäft mit den Inselgästen von klein auf und wissen, wie wichtig es für das wirtschaftliche Überleben der Betriebe und der Einwohner ist. Wie sehr Norderney vom Tourismus abhängig ist, wird in diesen Tagen jedoch allzu deutlich vor Augen geführt.

Swanas Eltern betreiben ein Hotel gegenüber der Milchbar, in dem sie aktuell angestellt ist. Meine Eltern besaßen einen Imbiss sowie einen Fahrradverleih, den mein Bruder und ich übernommen haben. Darüber hinaus vermieten wir Ferienwohnungen. Unser gesamtes familiäres Einkommen ist abhängig vom Tourismus, das ohne Gäste auf der Insel natürlich aktuell gleich null ist.

Eine solche Situation haben wir noch nie erlebt. Normalerweise befinden sich auf der Insel in den Osterferien täglich rund 40.000 Gäste. So leer sind die Straßen trotz strahlender Sonne nicht einmal an verregneten und kalten Wintertagen im Januar. Im Grunde sind momentan nur die über 6.000 Einheimischen auf der Insel, beinahe alle Geschäfte und Betriebe mussten schließen.

Für die aktuelle Situation haben wir aus medizinischer Sicht natürlich vollkommenes Verständnis. Wir standen selbst einige Tage in häuslicher Quarantäne und ich musste selbst einen (negativen) Corona-Test machen, da ich in Österreich vor einigen Wochen Skilaufen gewesen bin. Es gibt auf der Insel zwar ein Krankenhaus, jedoch reichen die Kapazitäten maximal für die Einwohner. Mehrere Tausend Urlauber, die beinahe wöchentlich an- und abreisen, könnten hier nicht medizinisch versorgt werden.

Wann wir wieder öffnen dürfen und die ersten Gäste anreisen können, ist unklar. Wir hoffen natürlich aus wirtschaftlicher Sicht, dass es möglichst bald ist und das Virus schnell in den Griff zu bekommen ist. Wie hart uns die Krise trifft und wie sie sich auf die Gästezahlen des restlichen Jahres auswirkt, kann man auch nicht abschätzen. Die Hoffnung auf ein Sommer- und Herbstgeschäft haben wir jedenfalls noch nicht aufgegeben, um die aktuellen Ausfälle kompensieren zu können.

2020 ist  ein spezielles Jahr: einerseits aufgrund der finanziellen Ungewissheiten im Zuge der Maßnahmen gegen das Corona-Virus, andererseits weil wir uns im September auf doppelten Nachwuchs freuen und Zwillinge erwarten.

Die unverhofft freie Zeit nutzen wir, indem wir mit unserer zweijährigen Tochter Safiye an der frischen Luft spielen und unseren Garten pflegen. Sonst haben wir lediglich von November bis Februar gemeinsam frei, wenn Hotel und Fahrradladen nach einer langen Saison für eine Winterpause schließen.

Im Frühling das schöne Wetter mit wärmeren Temperaturen mit der Familie draußen auf Norderney zu genießen, ist für uns eine völlig neue Erfahrung. Die freie Zeit habe ich zum Beispiel für eine Wanderung zum Wrack genutzt; als Insulaner kommt man häufig gar nicht zu solchen Aktivitäten. Wir machen aktuell das Beste aus der ungewissen Lage." (Swana Dinkla & Deniz Cömertpay, 3. April 2020)

Fahrradverleih Kranich
Karlstraße 4 - 26548 Norderney
(04932) 9338290
www.fahrradverleih-norderney.business.site


Björn Dreßler bei einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Norderney
Björn Dreßler – Freiwillige Feuerwehr

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